Spiel.digital 2020

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13. Februar 2017
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Von Donnerstag bis einschließlich heute fand der erste rein digital Ableger der Spielemesse "Spiel" unter dem passenden Namen "Spiel.digital" statt. Aufgrund der Einschränkungen durch die aktuelle Corona-Pandemie hatte sich der Merz Verlag als Veranstalter der sonst in Essen stattfindenden Messe frühzeitig dafür entschieden das Event komplett ins Netz zu verlagern, was sich aufgrund der derzeitigen Entwicklung der Infektionszahlen im Nachhinein als richtige Entscheidung herausstellte. Aber wie sieht denn eine Online-Messe für Brettspiele am Ende tatsächlich aus?

Wer sich für Computerspiele interessiert, konnte bereits im August Erfahrungen mit einem Online Messe-Event sammeln, als die Gaming-Leitmesse Gamescom ihre Pforten ausschließlich online öffnete. Wer bereits diesem Event einen Besuch abgestattet hat, dürfte sich auch auf der Spiel.digital schnell zurecht gefunden haben. Dreh- und Angelpunkt der Messe stellte die gleichnamige Webseite Spiel.digital dar. Von dieser aus ließ sich die Messe über verschiedene Navigationspfade erkunden.

Mittels der Themenwelten ließ sich der Fokus auf verschiedene Genres wie Familienspiele, Kartenspiele oder eben auch den Bereich für Miniaturenspiele und Miniaturen legen. Jede Themenwelt bestand aus einer Übersicht im Stil eines Hexfeld-Spielplans, der jeweils alle relevanten Spielverlage des Genres zeigte. Aus dieser Übersicht heraus konnte man sich Verlag für Verlag durchklicken, um dann jeweils auf der Detailseite des jeweiligen Verlags wiederum die Spiele suchen zu müssen, die zur gerade besuchten Themenwelt passen. Dies hätte man sicher etwas einfacher umsetzen können - und sei es nur, indem man auf den Seiten der Verlage jeweils Unterseiten für die einzelnen Genres eingerichtet hätte.

Zum Glück ließ sich die Spiel.digital dann auch noch auf weiteren Wegen durchforsten. Mittels einer Spiel- und Produktsuche konnten alle Neuheiten über mehr oder weniger umfangreiche Filtereinstellungen auf die für einen selbst relevanten Spiele oder Produkte eingeschränkt werden. Wer es auf einen bestimmten Verlag abgesehen hatte, konnte diesen auch direkt über die Aussteller-Liste aufrufen, anstatt den umständlichen Weg über die Themenwelten zu wählen.

Wichtigster Punkt bei einer digitalen Messe sind aber sicher die Videos und Livestreams. Hierfür stand zum Einen das Mediahub zur Verfügung, das ähnlich zur Gamescom alle aktuell laufenden Streams nach Kategorien geordnet anzeigte. Zum Anderen ließen sich über den Menüpunkt Aktionen & Events alle anstehenden Livestreams aber auch sonstige Events wie Gewinnspiele etc. vorauswählen, um den Messebesuch etwas strukturierter zu planen.

Wer sich eher nicht mit umfangreicher Planung oder detailliertem Stöbern auf der Webseite befassen wollte, dem boten die offiziellen Streams des Spiel.digital Kanals bereits ein gelungenes Online-Messe-Erlebnis. Teilweise bis in den späten Abend hinein wurde dort Messetag für Messetag ein vielfältiges Programm bestehend aus Diskussionsrunden, Spielvorstellungen und unterhaltsamen Gesprächen gestreamt, das erst mit der Closing Party am Sonntagabend sein Ende fand. Neben den offiziellen Streams der Messe gab es auch jede Menge Verlage, die eigenen Streams anboten, in denen Autoren und Mitarbeiter der jeweiligen Verlage noch detaillierter auf einzelne Spiele eingingen.

Ein weiteres Highlight war die Möglichkeit Messe-Neuheiten zu spielen, beispielsweise über die Online-Portale Tabletopia und Board Game Arena. Auch die von der "Offline-Spiel" bekannten Verkaufs-Angebote einzelner Verlage oder Shops durften natürlich bei der digitalen Version der Spiel nicht fehlen.

Fazit

Wie die Gamescom hat es auch die Spiel.digital geschafft das Messe-Feeling in die Online-Welt zu transportieren. Trotz einiger Unzulänglichkeiten durch die etwas unübersichtliche Webseite konnte die digitale Version der Messe vor allem durch die Livestreams überzeugen, die das Stöbern vor Ort durch ein vielfältiges Programm ersetzten, bei dem sich jeder über die Chat-Funktion einbringen konnte.

Natürlich lässt sich nicht alles in die digitale Welt transportieren, die Vorteile detaillierter Spielvorstellungen und Interviews mit Spielautoren in Videoform sollten aber nicht unerwähnt bleiben: Was im Messegedränge teilweise untergeht oder nur von einer kleine Besucheranzahl, die sich gerade an einem Stand aufhält bemerkt wird, kann digital viel mehr Menschen vorgestellt werden. Zudem steht ein Großteil der Streams auch als aufgezeichnetes Video zur Verfügung und kann nach Abschluss der Messe in Ruhe betrachtet werden. Nicht zuletzt konnten an der diesjährigen Spiel natürlich auch Spieler teilnehmen, die es aufgrund einer zu weiten Anreise oder Terminproblemen im Normalfall nicht geschafft hätten der Messe Essen einen Besuch abzustatten. Daher sind wir gespannt, ob die digitalen Komponenten, insbesondere die Livestreams auch in Zukunft erhalten bleiben, selbst wenn die Spiel wieder in physischer Form stattfinden kann.
 

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